Wärmepumpe mit Photovoltaik: Höhere Netzentgelte für PV ab 2029 – Was AgNes für Solarbesitzer bedeutet

Wärmepumpe mit Photovoltaik: Höhere Netzentgelte für PV ab 2029 – Was AgNes für Solarbesitzer bedeutet

Wärmepumpe mit Photovoltaik: Höhere Netzentgelte für PV ab 2029 – Was AgNes für Solarbesitzer bedeutet

Wärmepumpe mit Photovoltaik gilt für viele Hausbesitzer als besonders interessante Kombination: Die Solaranlage produziert eigenen Strom, während die Wärmepumpe diesen unter anderem für die Heizung und Warmwasserbereitung nutzen kann.

Doch ab 2029 könnte sich ein Teil der bisherigen Rechnung verändern. Grund dafür ist AgNes, die geplante Reform der allgemeinen Netzentgeltsystematik der Bundesnetzagentur.

Für Besitzer einer Photovoltaikanlage bedeutet das nicht, dass Solarstrom ab 2029 plötzlich mit einer pauschalen „PV-Gebühr“ belastet wird. Vielmehr soll sich die Art verändern, wie bestimmte Netzkosten auf Haushalte mit eigener Stromerzeugung verteilt werden.

Was bedeutet das konkret? Und lohnt sich eine Wärmepumpe mit Photovoltaik auch dann noch?

Inhaltsverzeichnis

Was ist AgNes überhaupt?

Was ist AgNes überhaupt?

AgNes steht für Allgemeine Netzentgeltsystematik Strom.

Die Bundesnetzagentur arbeitet derzeit an einer grundlegenden Reform der Netzentgelte. Hintergrund ist die Veränderung des Energiesystems: Immer mehr Haushalte erzeugen selbst Strom, gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Stromnetze durch Wärmepumpen, Elektroautos, Batteriespeicher und weitere elektrische Verbraucher.

Die bisherige Systematik soll deshalb an die zukünftigen Anforderungen angepasst werden.

Die Bundesnetzagentur hat im August 2026 einen vollständigen Festlegungsentwurf zur Konsultation veröffentlicht. Die endgültige Festlegung soll noch im Jahr 2026 erfolgen und die neue Systematik ab 2029 gelten.

Wichtig ist daher: Die konkreten Regelungen für 2029 sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht endgültig beschlossen.

Warum sollen PV-Besitzer künftig mehr Netzentgelte zahlen?

Warum sollen PV-Besitzer künftig mehr Netzentgelte zahlen?

Wer eine Photovoltaikanlage besitzt und einen Teil des erzeugten Stroms selbst verbraucht, wird als Prosumer bezeichnet – also gleichzeitig als Produzent und Verbraucher von Strom.

Ein typisches Beispiel:

Die Photovoltaikanlage erzeugt am Mittag Strom. Ein Teil davon wird direkt im Haus genutzt. Der Rest wird ins öffentliche Netz eingespeist.

Wenn die Sonne nicht scheint, bezieht das Haus dagegen weiterhin Strom aus dem Netz.

Genau hier setzt die Bundesnetzagentur an: Auch ein Haushalt mit Photovoltaikanlage ist weiterhin auf die Infrastruktur des Stromnetzes angewiesen.

Nach dem aktuellen AgNes-Konzept sollen Prosumer deshalb künftig stärker an den Netzkosten beteiligt werden. Vorgesehen ist insbesondere ein höherer Grundpreis für Haushalte mit eigener Erzeugungsanlage.

Was ändert sich ab 2029?

Was ändert sich ab 2029?

Die bisherige Stromnetzentgeltverordnung soll Ende 2028 außer Kraft treten. Ab 2029 soll die neue AgNes-Systematik gelten.

Für private Haushalte ist dabei vorgesehen, dass das Netzentgelt weiterhin aus einem Grundpreis und einem Arbeitspreis bestehen kann.

Für Haushalte mit eigener Photovoltaikanlage soll der Grundpreis jedoch höher ausfallen als für vergleichbare Haushalte ohne eigene Erzeugungsanlage.

Das bedeutet:

Nicht der selbst erzeugte Solarstrom wird einfach mit einer pauschalen Abgabe belegt.

Vielmehr geht es darum, dass Haushalte mit eigener Stromerzeugung sich künftig stärker an den Kosten der Netzinfrastruktur beteiligen.

Die Bundesnetzagentur geht derzeit davon aus, dass die zusätzlichen Kosten für diese Prosumer lokal unterschiedlich ausfallen und voraussichtlich unter 100 Euro pro Jahr liegen werden. Steckersolaranlagen sollen von diesem höheren Grundpreis nicht betroffen sein.

Wärmepumpe mit Photovoltaik: Bedeutet das eine „PV-Steuer“?

Wärmepumpe mit Photovoltaik: Bedeutet das eine „PV-Steuer“?

Nein.

Der Begriff „PV-Steuer“ wäre irreführend.

Die geplante Änderung betrifft die Netzentgelte, also die Kosten für die Nutzung der Stromnetze. Sie ist nicht dasselbe wie eine Steuer auf die Photovoltaikanlage oder auf den selbst produzierten Solarstrom.

Auch die Einspeisung wird im Rahmen von AgNes separat betrachtet. Die Bundesnetzagentur prüft unter anderem Möglichkeiten, Einspeiser künftig stärker an Netzkosten zu beteiligen. Der konkrete Umfang ist aber noch Gegenstand des Verfahrens.

Solarbesitzer sollten deshalb zwischen drei unterschiedlichen Themen unterscheiden:

Netzentgelte – Einspeisevergütung – eigener Solarstrom

Diese drei Bereiche sind nicht dasselbe.

Was bedeutet AgNes für Wärmepumpe und Photovoltaik?

Was bedeutet AgNes für Wärmepumpe und Photovoltaik?

Für Hausbesitzer mit einer Wärmepumpe mit Photovoltaik ist die Entwicklung besonders interessant.

Denn eine Wärmepumpe benötigt Strom. Eine Photovoltaikanlage kann einen Teil dieses Strombedarfs selbst erzeugen.

Das Prinzip ist einfach:

Sonne → Photovoltaikanlage → eigener Solarstrom → Wärmepumpe → Wärme

Je mehr Solarstrom direkt im eigenen Haus genutzt werden kann, desto weniger Strom muss aus dem öffentlichen Netz bezogen werden.

Genau deshalb bleibt der Eigenverbrauch auch unter einer veränderten Netzentgeltsystematik interessant.

Allerdings sollte man nicht davon ausgehen, dass eine Photovoltaikanlage den gesamten Strombedarf einer Wärmepumpe decken kann.

Im Sommer produziert die PV-Anlage besonders viel Strom, während der Wärmebedarf vergleichsweise niedrig ist. Im Winter ist es genau umgekehrt: Die Wärmepumpe benötigt mehr Energie, während die Photovoltaikanlage weniger Strom produziert.

Eigenverbrauch wird noch wichtiger

Eigenverbrauch wird noch wichtiger

Eine mögliche Konsequenz der neuen Netzentgeltsystematik ist, dass es für PV-Besitzer noch wichtiger wird, den erzeugten Strom möglichst sinnvoll im eigenen Haushalt einzusetzen.

Hier kann die Kombination aus Photovoltaikanlage, Wärmepumpe und Batteriespeicher interessant werden.

Beispielsweise kann überschüssiger Solarstrom tagsüber genutzt werden, um die Wärmepumpe gezielt zu betreiben oder Warmwasser zu bereiten.

Ein Energiemanagementsystem kann zusätzlich dabei helfen, verschiedene Verbraucher aufeinander abzustimmen.

Das Ziel lautet nicht unbedingt:

„Ich möchte komplett unabhängig vom Stromnetz werden.“

Realistischer ist:

„Ich möchte möglichst viel meines selbst erzeugten Stroms selbst nutzen.“

Denn auch ein Haushalt mit Photovoltaikanlage bleibt normalerweise an das öffentliche Stromnetz angeschlossen.

Lohnt sich Photovoltaik ab 2029 noch?

Lohnt sich Photovoltaik ab 2029 noch?

Die geplanten Änderungen bedeuten nicht automatisch, dass sich eine Photovoltaikanlage ab 2029 nicht mehr lohnt.

Die zusätzliche Belastung für Prosumer soll nach aktuellem Stand vergleichsweise begrenzt sein. Gleichzeitig kann eine PV-Anlage weiterhin Stromkosten reduzieren, indem eigener Solarstrom direkt im Haushalt genutzt wird.

Besonders interessant kann die Kombination mit einer Wärmepumpe sein.

Wer beispielsweise einen Teil seines Wärmepumpenstroms selbst erzeugt, reduziert die Menge an Strom, die vom Energieversorger bezogen werden muss.

Wie wirtschaftlich eine Anlage tatsächlich ist, hängt allerdings von mehreren Faktoren ab:

  • Größe und Ausrichtung der Photovoltaikanlage
  • Stromverbrauch des Haushalts
  • Strombedarf der Wärmepumpe
  • Eigenverbrauchsanteil
  • Batteriespeicher
  • Strompreis
  • Investitionskosten
  • zukünftige Netzentgelte
  • Einspeisevergütung

Eine pauschale Aussage „PV lohnt sich nicht mehr“ wäre deshalb genauso falsch wie die Aussage, dass eine PV-Anlage automatisch vollständig unabhängig macht.

Wärmepumpe mit Photovoltaik: Was sollten Solarbesitzer jetzt beachten?

Wärmepumpe mit Photovoltaik: Was sollten Solarbesitzer jetzt beachten?

Wer bereits eine Photovoltaikanlage besitzt, muss nicht aufgrund der geplanten AgNes-Reform sofort handeln.

Denn die endgültige Festlegung steht noch aus.

Wer dagegen gerade eine Wärmepumpe mit Photovoltaik plant, sollte die zukünftige Entwicklung trotzdem im Blick behalten.

Sinnvoll ist es, nicht nur die Anschaffungskosten der einzelnen Komponenten zu betrachten. Entscheidend ist das Zusammenspiel des gesamten Energiesystems.

Dazu gehören:

  • Wärmepumpe
  • Photovoltaikanlage
  • Stromspeicher
  • Warmwasserbereitung
  • Energiemanagement
  • Stromtarif
  • Netzanschluss
  • Eigenverbrauch

So lässt sich besser beurteilen, wie viel Energie tatsächlich selbst erzeugt und genutzt werden kann.

Was bedeutet AgNes für bestehende PV-Anlagen?

Was bedeutet AgNes für bestehende PV-Anlagen?

Eine wichtige Frage für viele Hausbesitzer lautet: Muss ich meine bestehende Photovoltaikanlage jetzt verändern?

Nach aktuellem Stand geht es bei AgNes zunächst um die zukünftige Systematik der Netzentgelte. Die konkrete finanzielle Auswirkung hängt vom jeweiligen Netzgebiet und der endgültigen Ausgestaltung ab.

Die Bundesnetzagentur betont, dass die zusätzliche Belastung für Prosumer lokal unterschiedlich ausfallen soll. Als Orientierung nennt sie derzeit einen Betrag von voraussichtlich unter 100 Euro pro Jahr.

Deshalb sollte man die endgültige Regelung abwarten, bevor man aufgrund einzelner Schlagzeilen überstürzt Investitionen oder Änderungen an der eigenen Anlage vornimmt.

Wärme mit Konzept: Wärmepumpe und Photovoltaik gemeinsam denken

Wärme mit Konzept: Wärmepumpe und Photovoltaik gemeinsam denken

Die Energiewende verändert nicht nur die Heizung, sondern auch den Umgang mit Strom.

Eine Wärmepumpe mit Photovoltaik kann dabei eine sinnvolle Kombination sein: Die PV-Anlage erzeugt eigenen Strom und die Wärmepumpe nutzt einen Teil davon für Heizung und Warmwasser.

Auch wenn sich die Netzentgeltsystematik ab 2029 verändern soll, bleibt der eigene Solarstrom interessant. Entscheidend ist, wie gut die einzelnen Komponenten aufeinander abgestimmt sind.

Bei Wärme mit Konzept betrachten wir Wärmepumpe und Energieversorgung deshalb nicht isoliert. Eine individuelle Planung kann zeigen, welche Wärmepumpe, welche Leistung und welche Kombination mit Photovoltaik zu Ihrem Gebäude passt.

Sie planen eine Wärmepumpe mit Photovoltaik und möchten wissen, wie Sie Ihren eigenen Solarstrom möglichst sinnvoll nutzen können? Lassen Sie sich individuell beraten und planen Sie Ihr Energiesystem ganzheitlich.

Quellen:

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