PV-Förderung 2027 gestrichen? Diese Nachricht sorgt derzeit bei vielen Hausbesitzern für Unsicherheit. Wer Photovoltaik für Wärmepumpe plant und den eigenen Solarstrom künftig nutzen möchte, fragt sich deshalb: Lohnt sich die Investition noch? Oder sollte man die PV-Anlage besser noch 2026 installieren?
Tatsächlich plant die Bundesregierung mit der EEG-Novelle 2027 eine deutliche Veränderung der bisherigen Förderung. Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf am 29. Juli 2026 beschlossen. Für kleine neue Photovoltaikanlagen soll die dauerhafte Einspeisevergütung künftig entfallen. Gleichzeitig ist eine Übergangsregelung vorgesehen, und bestehende Anlagen sollen ihre zugesicherte Förderung behalten.
Für Hausbesitzer mit Wärmepumpe ist die Situation jedoch differenzierter, als die Schlagzeile „PV-Förderung gestrichen“ vermuten lässt. Denn bei einer Photovoltaik für Wärmepumpe steht nicht nur die Einspeisevergütung im Mittelpunkt. Der selbst erzeugte Solarstrom kann direkt für Heizung, Warmwasser und Haushalt genutzt werden.
Inhaltsverzeichnis
- PV-Förderung 2027 gestrichen – stimmt das wirklich?
- Was hat das Bundeskabinett beschlossen?
- Was ändert sich für neue Photovoltaikanlagen?
- Was passiert mit bestehenden PV-Anlagen?
- Warum Photovoltaik für Wärmepumpe besonders interessant bleibt
- Solarstrom statt Einspeisevergütung: Eigenverbrauch wird wichtiger
- Wie viel Strom benötigt eine Wärmepumpe?
- So können Sie den Eigenverbrauch erhöhen
- Photovoltaik, Wärmepumpe und Batteriespeicher
- Sollte man die PV-Anlage noch 2026 installieren?
- 5 Tipps für die Planung
- Fazit: PV-Förderung 2027 verändert sich – Solarstrom bleibt wertvoll
PV-Förderung 2027 gestrichen – stimmt das wirklich?

Die kurze Antwort lautet: Teilweise – aber die Schlagzeile ist zu pauschal.
Mit der geplanten EEG-Novelle soll die bisherige dauerhafte Einspeisevergütung für neue Photovoltaikanlagen schrittweise beendet werden. Für kleine PV-Anlagen unter 25 kW soll es künftig keine dauerhafte Förderung mehr geben.
Wichtig ist jedoch: Bestehende Anlagen sind geschützt. Wer bereits eine geförderte Photovoltaikanlage besitzt, soll die zugesicherte Förderung für die vorgesehene Laufzeit behalten. Die neue Regelung betrifft Neuanlagen.
Außerdem soll der Übergang zur Direktvermarktung nicht abrupt erfolgen. Für neue Anlagen ist eine befristete Übergangszahlung vorgesehen.
Das bedeutet: Die Förderung wird nicht einfach von heute auf morgen für alle PV-Anlagen abgeschafft.
Was hat das Bundeskabinett beschlossen?

Das Bundeskabinett hat am 29. Juli 2026 die EEG-Novelle und ein Netzanschlusspaket beschlossen.
Die Bundesregierung möchte damit den Ausbau der erneuerbaren Energien stärker an den tatsächlichen Anforderungen des Stromnetzes ausrichten.
Ein zentraler Punkt ist die Veränderung des bisherigen Fördermodells. Neue Anlagen sollen ihren Strom künftig stärker eigenverantwortlich vermarkten. Die bisherige Einspeisevergütung soll schrittweise durch marktorientierte Modelle und Direktvermarktung ersetzt werden.
Für kleine Photovoltaikanlagen unter 25 kW soll es künftig keine dauerhafte Förderung mehr geben. Bestandsanlagen genießen jedoch Bestandsschutz.
Wichtig: Zum Zeitpunkt dieses Beitrags handelt es sich um einen Regierungsentwurf nach dem Kabinettsbeschluss. Das parlamentarische Gesetzgebungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen. Die endgültigen Regelungen können sich daher noch verändern.
Photovoltaik für Wärmepumpe: Was ändert sich für neue Photovoltaikanlagen?

Für Hausbesitzer wird eine Sache künftig noch wichtiger: Der eigene Solarstrom sollte möglichst selbst genutzt werden.
Bisher konnte die Einspeisung überschüssigen Stroms ins öffentliche Netz einen wichtigen Bestandteil der Wirtschaftlichkeitsrechnung darstellen.
Wenn die feste Einspeisevergütung für neue Anlagen zurückgedrängt wird, verändert sich diese Rechnung.
Eine Photovoltaikanlage wird dadurch jedoch nicht automatisch unwirtschaftlich.
Im Gegenteil: Wer einen hohen Eigenverbrauch erreicht, kann weiterhin erheblich profitieren.
Und genau hier kommt die Photovoltaik für Wärmepumpe ins Spiel.
Warum Photovoltaik für Wärmepumpe besonders interessant bleibt

Eine Wärmepumpe benötigt Strom.
Eine Photovoltaikanlage produziert Strom.
Beides lässt sich hervorragend miteinander kombinieren.
Statt den Solarstrom vollständig ins Netz einzuspeisen, kann ein Teil direkt im eigenen Haus genutzt werden.
Der Solarstrom kann beispielsweise für:
- die Wärmepumpe
- die Warmwasserbereitung
- Haushaltsgeräte
- ein Elektroauto
- einen Batteriespeicher
eingesetzt werden.
Dadurch steigt der Eigenverbrauch und die PV-Anlage wird stärker zu einem Bestandteil des eigenen Energiesystems.
Solarstrom statt Einspeisevergütung: Eigenverbrauch wird wichtiger

Die wichtigste Frage lautet künftig nicht mehr nur:
„Wie viel bekomme ich für meinen Solarstrom?“
Sondern zunehmend:
„Wie viel Strom kann ich selbst verbrauchen?“
Das ist gerade bei einem Haushalt mit Wärmepumpe interessant.
Denn die Wärmepumpe benötigt regelmäßig elektrische Energie. Wird diese Energie teilweise durch die eigene Photovoltaikanlage bereitgestellt, muss entsprechend weniger Strom aus dem öffentlichen Netz bezogen werden.
Ein einfaches Beispiel:
Angenommen, eine Wärmepumpe benötigt im Jahr 4.000 kWh Strom.
Erzeugt eine PV-Anlage davon einen Teil direkt selbst, sinkt der Strombezug aus dem Netz.
Je höher der Eigenverbrauch, desto weniger abhängig ist der Haushalt von externen Strompreisen.
Wie viel Strom benötigt eine Wärmepumpe?

Der tatsächliche Stromverbrauch hängt stark vom Gebäude und der Wärmepumpe ab.
Wichtige Faktoren sind:
- Wohnfläche
- Dämmstandard
- Wärmebedarf
- Vorlauftemperatur
- Effizienz der Wärmepumpe
- Warmwasserverbrauch
- Außentemperaturen
- Nutzerverhalten
Deshalb sollte die benötigte PV-Leistung nicht einfach nach einer pauschalen Formel bestimmt werden.
Eine fachgerechte Planung betrachtet Wärmepumpe und Photovoltaikanlage gemeinsam.
Die Kombination hat einen entscheidenden Vorteil

Photovoltaikanlagen produzieren besonders viel Strom, wenn die Sonne scheint.
Genau dann können verschiedene elektrische Verbraucher im Haus betrieben werden.
Eine Wärmepumpe kann beispielsweise genutzt werden, um:
- Warmwasser bevorzugt während der Solarstromproduktion zu erwärmen
- einen Pufferspeicher gezielt zu laden
- den Heizbetrieb intelligent zu steuern
- überschüssigen Solarstrom sinnvoll zu verwenden
Dadurch wird die Wärmepumpe zu einem flexiblen Verbraucher.
Photovoltaik, Wärmepumpe und Batteriespeicher

Ein Batteriespeicher kann die Kombination zusätzlich optimieren.
Tagsüber produziert die PV-Anlage häufig mehr Strom, als der Haushalt gerade benötigt.
Der überschüssige Strom kann gespeichert werden.
Am Abend oder in der Nacht steht die Energie dann wieder zur Verfügung.
Das kann besonders interessant sein, wenn die Wärmepumpe auch außerhalb der klassischen Solarstromzeiten betrieben wird.
Allerdings sollte ein Batteriespeicher nicht automatisch möglichst groß gewählt werden.
Entscheidend ist eine wirtschaftliche Dimensionierung, die zum tatsächlichen Verbrauch und zur Größe der PV-Anlage passt.
Sollte man die PV-Anlage noch 2026 installieren?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten.
Wer ohnehin eine Photovoltaik für Wärmepumpe plant, sollte jedoch die aktuelle Übergangsphase berücksichtigen.
Der Grund: Für neue Anlagen soll sich das Fördermodell ab 2027 verändern. Der Kabinettsbeschluss sieht vor, die dauerhafte Förderung kleiner Neuanlagen zu beenden und den Übergang zur Direktvermarktung schrittweise zu gestalten.
Wer die Anlage noch 2026 installieren möchte, sollte deshalb nicht nur auf die mögliche Einspeisevergütung schauen.
Ebenso wichtig sind:
- PV-Anlagengröße
- Eigenverbrauch
- Stromverbrauch der Wärmepumpe
- Speichergröße
- Stromtarif
- Investitionskosten
- erwartete Lebensdauer
- geplante Nutzung des Hauses
Eine gut geplante Anlage kann auch dann wirtschaftlich sein, wenn künftig weniger Einnahmen aus der Einspeisung erzielt werden.
Photovoltaik für Wärmepumpe: 5 Tipps für die Planung

1. Wärmepumpe und PV gemeinsam planen
Planen Sie nicht zuerst die Wärmepumpe und Jahre später die Photovoltaikanlage.
Besser ist ein gemeinsames Energiekonzept.
So kann die PV-Leistung optimal auf den Strombedarf des Hauses abgestimmt werden.
2. Eigenverbrauch maximieren
Wenn sich die Förderbedingungen für eingespeisten Solarstrom verändern, wird der Eigenverbrauch wichtiger.
Verbraucher wie Wärmepumpe, Warmwasserbereitung und Elektroauto können gezielt mit Solarstrom betrieben werden.
3. Intelligente Steuerung nutzen
Eine moderne Energiesteuerung kann erkennen, wann besonders viel Solarstrom zur Verfügung steht.
Die Wärmepumpe kann dann beispielsweise bevorzugt Warmwasser erzeugen.
4. Batteriespeicher sinnvoll dimensionieren
Ein Speicher kann den Eigenverbrauch erhöhen.
Er sollte jedoch nicht einfach nach dem Motto „je größer, desto besser“ ausgewählt werden.
5. Förderungen und Gesetzeslage vor dem Kauf prüfen
Gerade 2026 und 2027 befindet sich der Förderrahmen im Wandel.
Vor der Bestellung einer Anlage sollten deshalb die zu diesem Zeitpunkt geltenden Regelungen geprüft werden.
Was bedeutet die geplante Änderung für Wärmepumpenbesitzer?

Für Besitzer einer Wärmepumpe bleibt Photovoltaik interessant.
Die Wärmepumpe benötigt Strom – und Solarstrom kann einen Teil dieses Strombedarfs decken.
Die Wirtschaftlichkeit hängt daher künftig weniger davon ab, möglichst viel Strom ins Netz zu verkaufen, und stärker davon, möglichst viel der erzeugten Energie selbst zu nutzen.
Das kann sogar zu einem Umdenken bei der Planung führen.
Nicht unbedingt die größtmögliche PV-Anlage ist automatisch die beste Lösung. Entscheidend ist ein System, das zu Verbrauch, Dachfläche, Wärmepumpe und Speicher passt.
Lohnt sich Photovoltaik für Wärmepumpe trotz möglicher Förderkürzung?

Ja, grundsätzlich kann sich die Kombination weiterhin lohnen.
Denn die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage basiert nicht ausschließlich auf der Einspeisevergütung.
Ein selbst erzeugtes Kilowatt Strom kann beispielsweise direkt für den Betrieb der Wärmepumpe genutzt werden.
Damit ersetzt Solarstrom einen Teil des Strombezugs aus dem Netz.
Je höher der eigene Stromverbrauch, desto interessanter kann eine Photovoltaikanlage werden.
Gerade Haushalte mit Wärmepumpe haben deshalb einen wichtigen Vorteil gegenüber Haushalten mit sehr geringem Stromverbrauch.
Was passiert mit bereits installierten PV-Anlagen?

Hier ist die Situation deutlich entspannter.
Nach dem Kabinettsbeschluss sollen bestehende Anlagen geschützt bleiben. Ihre zugesicherte Förderung soll für die gesamte Laufzeit erhalten bleiben.
Die geplanten Änderungen richten sich insbesondere an Neuanlagen, die ab 2027 in Betrieb genommen werden.
Wer bereits eine PV-Anlage besitzt, muss deshalb nicht befürchten, dass die bisher zugesicherte Förderung plötzlich entfällt.
Fazit: PV-Förderung 2027 verändert sich – Solarstrom bleibt wertvoll

Die Schlagzeile „PV-Förderung 2027 gestrichen“ ist zu einfach.
Richtig ist: Die Bundesregierung hat am 29. Juli 2026 eine EEG-Novelle im Kabinett beschlossen, nach der die dauerhafte Einspeisevergütung für neue kleine Photovoltaikanlagen schrittweise wegfallen soll. Für Anlagen unter 25 kW ist künftig keine dauerhafte Förderung mehr vorgesehen. Gleichzeitig soll es Übergangsregelungen geben, und bestehende Anlagen sollen geschützt bleiben.
Für Hausbesitzer mit Photovoltaik für Wärmepumpe bedeutet das vor allem eines: Der Eigenverbrauch wird noch wichtiger.
Wer Solarstrom selbst nutzt, kann damit einen Teil des Strombedarfs der Wärmepumpe decken und seine Abhängigkeit vom Stromnetz reduzieren.
Deshalb bleibt die Kombination aus Photovoltaik und Wärmepumpe auch unter veränderten Förderbedingungen interessant.
Wer eine Anlage plant, sollte allerdings nicht vorschnell handeln. Da das Gesetzgebungsverfahren noch nicht abgeschlossen ist, sollten die endgültigen Regelungen abgewartet beziehungsweise vor einer Investitionsentscheidung aktuell geprüft werden.
Die Zukunft der Photovoltaik könnte damit weniger „Strom verkaufen“ und stärker „eigenen Strom nutzen“ bedeuten. Für Wärmepumpenbesitzer ist das eine durchaus interessante Entwicklung.
Quellen:



